Blutegel-Therapie Informationsseite  

erstellt von Heilpraktikerin Gabriele Ziegener für: Patienten und Therapeuten   

 

 

Blutegeltherapie beim Hörsturz:

Vorbemerkung:

Bei einem Hörsturz empfehle ich – vor Abwägung einer Blutegelbehandlung – stets eine Untersuchung durch einen Facharzt für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde. Durch den HNO-Facharzt kann abgeklärt werden, ob wirklich ein klassischer Hörsturz vorliegt oder ob die Hörstörung eine andere Ursache hat!

 

Was ist ein Hörsturz?

Ein Hörsturz ist eine plötzliche – ohne erkennbare Ursache – auftretende Verminderung der Fähigkeit im Ohr den Schall zu empfinden (Schallempfindungsstörung). Der Schweregrad der Hörstörung kann höchst unterschiedlich sein. Die Hörstörung reicht beim Hörsturz von einer geringen Einschränkung der Hörfähigkeit bis zum völligen Verlust der Fähigkeit zu hören. Meist ist vom Hörsturz „nur“ eine Seite betroffen.

In schweren Fällen kann der Hörsturz auch von einem Schwindelgefühl begleitet sein.

Hörorgan Blutegeltherapie

 Die Hörstörung beim Hörsturz muss im Innenohr und / oder im Hörnerv liegen.

Die in der Abb. sichtbare Nähe zwischen Hörorgan und Gleichgewichtsorgan erklärt, warum in schweren Fällen eines Hörsturzes auch Gleichgewichtsstörungen auftreten.

Ist der Hörsturz schmerzhaft?

 Nein! Ein Hörsturz ist niemals schmerzhaft. Dem Hörsturz voraus geht oft ein Druckgefühl auf dem betroffenen Ohr und ein Ohrgeräusch (Tinnitus).

 

 

Wer ist von einem Hörsturz betroffen?

Etwa 3 von 4 Patienten die an einem Hörsturz leiden, sind älter als 40 Jahre. Prinzipiell kann jedoch ein Hörsturz in jedem Alter auftreten.

 

Gibt es für den Hörsturz eine kausale Therapie?

Nein! Da die Ursache des Hörsturzes nicht bekannt ist, kann es auch keine Therapie geben, die das ursächliche Problem des Hörsturzes beseitigt. Generell kann gesagt werden, dass ein wissenschaftlich gesicherter Therapieansatz für den Hörsturz nicht bekannt ist. Dies gilt auch ausdrücklich für die Therapie des Hörsturzes mit Blutegel. In der Schulmedizin versucht man aufgrund guter Erfahrungen den Hörsturz mit einer hohen Dosis Cortison zu behandeln.

 

Worauf begründet sich der Therapieansatz des Hörsturzes mit Blutegel?

Die Therapie mit Blutegel bessert die Fließeigenschaften (Viskosität) des Blutes. Darüber hinaus haben die Wirkstoffe im Speichel des Blutegels auch eine entkrampfende Wirkung. Es existieren zahlreiche Fallberichte über die positive Wirkung und erhebliche Besserung der Hörfähigkeit nach einer Blutegeltherapie beim Hörsturz.

 

Wie wird die Blutegeltherapie beim Hörsturz konkret durchgeführt?

Die meisten Therapeuten setzen beim Hörsturz zwei Blutegel an. Der 1. Blutegel wird dabei auf den Warzenfortsatzes (Mastoid) hinter dem Ohr gesetzt. (Den Warzenfortsatzes kann man leicht bei sich selbst direkt hinter dem Ohr als kleiner Knochenvorsprung tasten). Der 2. Blutegel wird meist unmittelbar vor dem Ohr in den Kieferwinkel gesetzt. (Den Kieferwinkel findet man bei sich selber, wenn man einen tastenden Finger vor das Ohr legt und den Mund weit öffnet).

 

Hat die Blutegeltherapie beim Hörsturz Risiken?

Die Blutegelbehandlung beim Hörsturz hat prinzipiell die gleichen Risiken wie eine Blutegeltherapie an anderen Körperstellen. (Risiken der Blutegeltherapie)

Die durch den Blutegel entstehende kleine Narbe über dem Warzenfortsatzes hinter dem Ohr (Mastoid) ist in aller Regel kein Problem, da die Narbe dort nicht sichtbar ist. Bei einem Blutegel bis unmittelbar vor dem Ohr kann eine Narbe optisch für viele Monate auffallend sein.

Als Alternative kann daher auch der 2. Blutegel hinter dem Ohr angesetzt werden. Dies sollte besonders bei Patienten so gemacht werden, bei denen eine Neigung zu einer überschießenden Narbenbildung oder gar zu einem Keloid bekannt ist!

 

Wie kann der Blutegel präzise dort angesetzt werden, wo er beim Hörsturz den größten Nutzen verspricht?

 

Der Blutegel wird in ein Reagenzglas gesetzt. Die Öffnung des Ragenzglases wird dann genau über die Stelle gehalten an der der Blutegel beißen soll. (Z.B. über den Warzenfortsatz hinter dem Ohr beim Hörsturz)

Wie oft wird die Blutegeltherapie beim Hörsturz wiederholt?

Die meisten Therapeuten empfehlen die Blutegelbehandlung im Abstand von rund 4-5 Tagen einige Wochen fortzuführen.